no decision (2019)

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"gatekeepers":

                       

 

 

 

     

 


Kai D. Janik

Alice Oehninger, Kai D. Janik,

Hannah Hebel, Francesco Fiorentino

Julia Huber, Kai D. Janik,

Anne Draskowitsch, Madlen Müller,

Eileen Noerenberg

Alice Oehninger, Max Meister, 

Simon Bosch, Kai D. Janik,

Julia Huber, Madlen Müller,  anon.

Fancesco Fiorentino, Kira Della Ducata, Halima Bruce, Madlen Müller, Maike Geier, Marlene Tritschler, Yasmin Habaal, Josefin Mader, Hannah Lingel, Anastasia Leicht, Leoni De Marco, Katrin Festl, Eva Schellhorn, Lara Marie Arntz

„Was soll das denn für eine Entscheidung sein? Als ob es eine Entscheidung wäre in diesem Loch zu bleiben und zu leiden und einfach zu warten bis du stirbst, oder rauszuklettern und zu leben.“

 

​[gatekeeper] 

Engl. für Torwächter*in/Türsteher*in

Steht im LSBTTIQ* (lesbisch, schwul, bisexuell, transgender, transsexuell, inter*, queer...) Kontext für die Fremdbestimmung und Unterdrückung von queeren Menschen. Es handelts ich um einzelne Personen oder Institutionen, die LSBTTIQ* Menschen einer bestimmten Gruppe zuweisen, oder über deren Zugang zu bestimmten Leistungen entscheiden, wie beispielsweise Gerichte über die Namens- und Personenstandsänderung von trans* Menschen. Gatekeeping steht der Selbstbestimmung im Weg. Niemand weiß besser über die sexuelle Orientierung oder das Geschecht einer Person bescheid, als diese Person selbst.

Aufbau der Arbeit:

Zwei Räume, zwei Türsteher*innen, alle Besucher*innen dürfen nur einen dieser Räume betreten. Sie bekommen ein farbcodiertes Einlassband. 

Die Videos zeigen Situationen mit denen sich trans* Menschen täglich konfontiert sehen, den Mut den sie oft für alltägliche Tätigkeiten brauchen über die cis Menschen sich nie Gedanken machen müssen. Die Geschichten in Audio und Video wurden von verschiedenen trans* Menschen zusammengertagen. Einige sind von Allies aufgenommen, um die Privatsphäre derjenigen, die anonym bleiben wollen, zu schützen.

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[misgendern] 

Bedeutet jemandem ein falsches Geschlecht zuzuschreiben. Meistens das Geschlecht das der Person bei der Geburt zugeschrieben wurde, anstelle des wahren Geschlechts.

[to deadname someone]

Bedeutet eine trans* Person mit dem alten Namen anzusprechen, den diese Person vor der Transition hatte.

​Besonders wenn dies absichtlich geschieht, sind dies sehr aggressive, übergriffige Handlungen, die für trans* Menschen sehr verletzend sind und langfristige psychische Folgen haben können.

Zwischen dem 1. Oktober 2017 und dem 30. September 2018 wurden 369 ermordete trans* Menschen gemeldet. Das ist ein Anstieg um 44 Fälle im Vergleich zum Vorjahr und um 74 Fälle im Vergleich zu 2016. Nicht miteingerechnet sind z.B. Selbstmorde. Mindestens 40% der trans* Menschen unternehmen einen Suizidversuch.

[non-binary]

Alles was nicht unter die binären Optionen männlich und weiblich fällt, ist nicht-binär. Manche nicht-binären Menscen gehören mehreren Geschlechtern gleichzeitig an.  Viele nicht-binäre Menschen leiden unter Genderdysphorie oder Körperdysphoie. Es ist ein Sammelbegiff für agender, genderfluid, bi-gender, genderqueer, demi-boys, demi-girls, und weitere. In den christlichen Kulturen ist das binäre Geschlechtersystem der Standard. In vielen nicht christlichen Kulturen nicht.

Transidentität ist keine Krankheit. Dies wurde in DSM5 und ICD11 korrigiert.

Gender Dysphorie ist das Leid, das Aufgrund der Inkongruenz von dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht und der Geschlechtsidentität einer Person entsteht. Dazu gezwungen zu sein durch die falsche Pubertät zu gehen ist traumtisierend. 

[coming out] 

 

Englisch für „Heraus kommen“. Der Begriff bezeichnet die Selbstoffenbarung der eigenen Orientierung oder des Geschlechts, die notwendig ist, da in unserer Gesellschaft davon ausgegangen wird, alle Menschen seien heterosexuell und cisgeschlechtlich (= bei der Geburt wurde das korrekte Geschlecht zugeschrieben). Mit dem Coming-Out geht häufig die Angst vor Ablehnung bis zur sozialen Ausgrenzung  einher und Existenzverslust. Gleichzeitig wird es aber von den meisten Menschen als sehr befreiend erlebt, weil sie dadurch die Möglichkeit erhalten als sie selbst gesehen zu werden und offen zu sein.

Mit Outing ist die übergriffige Handlung gemeint, bei der jemand ungefragt die sexuelle Orientierung oder den trans* Hintergrund eines anderen Menschen offenbart.

Sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität haben nichts miteinander zu tun. Trans* Menschen können schwul, hetero, bi, asexuell oder alles andere sein. Wie cis Menschen auch.

Ein trans* Mann war nicht früher eine Frau und Miriam war nicht früher Max. Sie hatten beide schon immer das Geschlecht in dem sie jetzt auftreten, es war nur in der Vergangenheit noch nicht bekannt. Trans* Menschen wären nicht lieber eine Frau, ein Mann oder Nicht-Binär. Sie sind es.

„Es geht außerdem darum, ein realistisches Bild von trans* Menschen sichtbar werden zu lassen, somit zu zeigen, dass die Transidentität eine gleichwertige Variante ist, die nichts mit psychischer Gesundheit oder Krankheit zu tun hat und bei völlig unterschiedlichen Menschen zu finden ist. Wird diese Botschaft wirklich ernst genommen, so wird auch sichtbar, dass die Transidentität eine konstruktive Herausforderung für die Diskussion von geschlechtsrollenspezifischen Verhaltensweisen und generell für die soziale Konstruktion der Geschlechter darstellt" Udo Rauchfleisch